| Terror in Europa |
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| Geschrieben von: Stefan |
| Montag, den 13. Dezember 2010 um 20:44 Uhr |
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Versuchter Anschlag in Schweden - Das Phänomen "home grown terrorism"
Dass Europa im Fokus islamisch-fundamentalistischer Terroristen steht, ist kein Geheimnis und auch keine neue Erkenntnis. Bereits 2004 (Madrid) und 2005 (London) kam es zu verheerenden Attentaten, 2006 misslang den Islamisten in Köln ein Anschlag. Nun kam es in der schwedischen Hauptstadt Stockholm zu einem versuchten Massaker des Selbstmordattentäters Taimour Abdulwahab. Obwohl auch dieser Anschlag misslang und nur der Attentäter selbst ums Leben kam, wird Europa mit einem Schlag wieder bewusst, wie evident die Gefahr des Terrors ist.
Dabei ergeben sich zwei zentrale Fragen. Erstens: handelte der Täter alleine oder entstammt er einer Terrorgruppe? Und zweitens: war diese Gruppe Teil von al-Quaida oder agierte sie eigenständig und erfüllte damit die Botschaft al-Quaidas, das seinen Anhängern seit Monaten Eigeninitiative einimpfte? (Quelle: Spiegel online) Zwar laufen die Ermittlungen noch, doch fest steht: Abdulwahab stammte aus der englischen Stadt Luton, die aufgrund ihrer islamistischen Szene zu trauriger Berühmtheit gelangt ist. Er ist somit ein Vertreter des sogenannten "home grown terrorism", also Personen, die fest in der westlichen Gesellschaft integriert zu sein scheinen, indes sich in Wirklichkeit mehr und mehr radikalisieren. Diese relativ neue Form des Terrorismus stellt die Gesellschaft vor gewaltige Probleme. So agieren die Terroristen oftmals schlichtweg unerkannt, da ihre Rolle im alltäglichen Leben nicht deckungsgleich zu ihrer wahren Gesinnung ist. Diese Lebensform ist zum Beispiel an den Terroristen des 11. September ablesbar: sowohl in Hamburg als auch später in den USA führten die Attentäter ein normales, westliches Leben mit all seinen Verführungen und Annehmlichkeiten, sodass niemand Verdacht schöpfte. Eine effektive Bekämpfung des islamisch-motivierten Terrorismus ist so noch schwieriger geworden als zuvor.
Die Gesellschaft in Europa (und zweifellos auch in den USA) ist aufgefordert, mehr den Dialog mit dem Islam zu suchen. Unbestritten ist die große Mehrheit der Islam-Gläubigen gegen Gewalt, viele leben friedlich in Europa und hegen keinen Hass auf den Westen. Es ist jedoch die kleine Anzahl der Extremisten, die die westliche Lebensart von grundauf ablehnen. Gleichwohl an dieser Stelle keine detailierten politikwissenschaftlichen Analysen vorgelegt werden können, wie ein Dialog zwischen dem Westen und dem Islam zu forcieren ist, soll dieser Kommentar zumindest darauf hinweisen, dass militärische Interventionen in arabischen Ländern sowie Islamophobie gewiss keine Wegbereiter für dauerhaften Frieden und eine Eindämmung von Terrorismus sind. Ebenso sollte sich der Islam fragen, ob einige seiner Grundsätze noch zeitgemäß sind. Europa und der Islam sind gefordert, auf dialogischem Wege zu Frieden und Stabilität zu gelangen. |
| Zuletzt aktualisiert am Dienstag, den 14. Dezember 2010 um 12:36 Uhr |



