Euro bald weg? PDF Drucken E-Mail
Geschrieben von: Robert   
Mittwoch, den 15. Dezember 2010 um 09:09 Uhr

 

Wohl eher nicht.

Die Diskussionen dieser Tage hören sich für mich manchmal wie ein schlechter Scherz an. Ständig sitzt die sogenannte "Elite" bei Frau Maischberger&Co. und diskutiert ernsthaft darüber, ob wir nicht lieber wieder die D-Mark einführen sollten. Gut, zu Zeiten als es die D-Mark gab, habe ich mich noch nicht wirklich mit den wirtschaftlichen und finanziellen Problemen in Deutschland und Europa beschäftigt aber die Idee einer gemeinsamen Währung fande ich auch damals schon gut. Und damit liege ich sicher auch heute noch richtig.

 

Die Argumente der Leute, die gerne wieder eine eigene Währung hätten, oder den Euro in einen "Nordeuro" (finanzstarke Länder) und einen "Südeuro" (finanzschwache Länder) umwandeln würden, reichen für mich nicht aus um sich ernsthaft darüber Gedanken zu machen. Fakt ist, dass die sogenannten "Krisenstaaten" wie Griechenland, Irland, und wohl bald auch Portugal, Spanien und Italien die Währungsunion mächtig ins wanken gebracht haben und bringen werden. Falsche Fiskal-und Zinspolitik sowie ein verschwenderisches Ausgabenverhalten lassen nun auch die stabileren Länder leiden. Dennoch lag der Fehler wohl eher darin, bei der Schaffung der Währungsunion keine einheitliche Fiskal- und Zinsunion zu schaffen. Jedes Land konnte und kann Anleihen mit verschiedenen Zinssätzen herausgeben um sich Geld zu beschaffen und sich so immer weiter in die Verschuldung hinein zu manövrieren.

 

Doch was würde passieren wenn wir Deutschland und die anderen Länder in der derzeitigen Lage wieder eine eigene Währung hätten? Ganz einfach, vom aktuellen Wirtschaftsaufschwung bei uns, wäre wohl nichts zu spüren. Denn dieser beruht bekanntlich größtenteils auf unserer Exportleistung. Und die Mehrheit unserer Exporte geht nach Europa. Hätte jedes Land seine eigene Währung, würde die Währung der finanzschwachen Länder stark abgewertet und die deutsche Währung stark aufgewertet werden. Und die Konsequenz? Deutsche Produkte würden sich arg verteuern und unser Export stark zurückgehen. Das kann nicht wirklich in unserem Sinne sein oder?

 

Der Euro bleibt - da bin ich mir sicher - und das ist auch gut so! Aber was nun? Wie soll die Währungsunion stabilisiert werden?

 

Auch hier streiten sich derzeit die Geister. Ein Vorschlag von Luxemburgs Ministerpräsident Jean-Claude Juncker ist die Einführung eines Euro-Bonds. Aber auch dieser Vorschlag fällt auf viel Missgunst bei den Deutschen. Durch einen Euro Bond müsste Deutschland seinen Zinssatz für die gemeinsamen Euro-Anleihen von derzeit  durchschnittlich rund 1,7 Prozent auf wohl 3,3 Prozent erhöhen. Das würde zu einer im zweistelligen Milliardenbereich liegenden Mehrbelastung für den deutschen Haushalt führen. Zudem würde Deutschland, wie auch jedes andere europäische Land gesamtschuldnerisch, sprich für die Schulden aller anderen Länder, mithaften. Klasse! Profitieren würden hiervon wohl nur die gebeutelten, finanzschwachen Länder, welche neue Schulden für aus ihrer Sicht "nur" 3,3 Prozent aufnehmen können.

 

Sicher alles eine komplizierte Angelegenheit und auch ich versuche mit diesem kleinen Blogeintrag mir dies alles selbst und zum besseren Verständnis noch einmal vor Augen zu führen. Sicher nicht ausführlich genug um bei Frau Maischberger mit diskutieren zu können, aber vielleicht anschaulich genug damit auch der gemeine Leser es ein wenig verstanden hat. Wie es weitergeht mit der Finanzkrise in Europa wissen wohl im Moment nur wenige. Ich bin überzeugt das unser derzeitiges Hoch nur von kurzer Dauer ist und wir bald die Probleme der anderen Euroländer kräftig zu spüren bekommen werden.

 

Kommentare, Kritiken, Hinweise und Verbesserungen sind sehr erwünscht!

Zuletzt aktualisiert am Mittwoch, den 15. Dezember 2010 um 09:51 Uhr
 

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